· 

Sisyphos und Magical Unicorns

Hey ihr!

„Magical Unicorns“ steht auf dieser Verpackung eines Schokoladentalers. Gefunden in der Natur. Ganz und gar nicht magisch. Desto mehr ich in der Natur unterwegs bin, desto mehr Spuren von Menschen entdecke ich. Seien es Getränkedosen, Trinkpäckchen, Bonbonpapier, Schokoriegelverpackung, Plastikflaschen, Zigarettenstummel oder Kronkorken… Die Liste ist schier endlos. Mit meinem Kunstprojekt I AM FINDABLE, das sich im April schon jährt, versuche ich diese Fundstücke menschlichen Ursprungs in kleine Botschaften zu verwandeln. Und zwar die Botschaft, dass wir endlich diese Umweltverschmutzung stoppen müssen! Es ist allerhöchste Zeit! So bunt das Kunstprojekt auch ist, so farblos sieht es manchmal in mir aus. Denn irgendwie ist es eine echte Sisyphosarbeit. Von den Göttern dazu verdammt, musste Sisyphos einen Stein den Berg hinauf schieben, um ihn dann herunter rollen zu lassen - immer und immer wieder. Eine Aufgabe, die nie erledigt sein würde. Eine „never ending Story“. Genauso ist das mit dem Müllsammeln, man wird nie fertig. Tatsächlich ist unser Planet längst so vermüllt, dass ich manchmal kaum noch Hoffnung finde. Was mich dabei so unglaublich berührt im negativen Sinne, das ist die Ignoranz der Menschen. Müll ist kein sexy Thema. Sich für den Müll anderer Leute bücken schon gar nicht. Manchmal fühle ich mich alleine, so müllsammelnderweise im Wald oder am Fluss. Aber ich weiß, ich bin es nicht. Es gibt auf der ganzen Welt Menschen, die sich diese Problematik zu Herzen genommen haben. Zurück zu Sisyphos oder vielmehr zu Albert Camus, der in seinem Buch „Der Mythos des Sisyphos“ Folgendes niederschrieb: „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Er ist nicht an der Aufgabe verzweifelt. Er hat den Stein „zu seiner Sache gemacht“, auch wenn er wusste, dass die Aufgabe nie getan sein wird. Ich versuche gerade diese innere Haltung einzunehmen. Bevor mich dieser „Stein“ erdrückt, diese endlose Aufgabe (und das Müllproblem ist ja nur eines von vielen neben Klimakrise, Artensterben…) arbeite ich aktiv an meiner Gefühlswelt. Habt ihr vielleicht einen Tipp, wie man mit solchen übermächtigen Themen umgeht? Ich freue mich auf eure Erfahrungen!